Platzmangel auf Friedhöfen-Sterben im Mittelalter
Im frühen Mittelalter herrschte noch eine klare Trennung zwischen dem Ort der Toten und dem der Lebenden. Durch den zunehmenden Einfluss der christlichen Kirche änderte sich dies jedoch. Das lag unter anderem auch an der Heiligenverehrung. Kleriker und einflussreiche Personen wurden in der Kirche bestattet, man wollte ihnen auch nach dem Tod nah sein.
Da diese Praxis aber immer mehr zunahm und in mancher Kirche der Boden fast nur noch aus Grabplatten bestanden haben soll, wurden Bestattungen innerhalb der Kirchen seit dem 7. Jahrhundert verboten. Doch die wenigsten hielten sich an diese Regelung und so sah sich die Kirche im 12. Jahrhundert dazu gezwungen die Bestattung im Kirchenraum zu erlauben.
Die meisten Menschen wurden aber natürlich außerhalb einer Kirche beerdigt. Jedoch nicht wie heute in einem eigenen Grab, sondern oft in Massengräbern. Es sind sogar Gruben bekannt, in denen über tausend Tote Platz hatten. Selbstmörder und Ketzer, Exkommunizierte und Verbrecher hatten kein Recht in geweihter Erde zu liegen und wurden außerhalb der Friedhöfe bestattet.
Trotz der Massengräber herrschte Platzmangel auf den Friedhöfen und so war es nicht ungewöhnlich, dass Grabplätze öfters neu belegt werden mussten. Noch vorhandene Gebeine wurden dann in Beinhäusern gelagert.
Anders als heute ging es auf den mittelalterlichen Friedhöfen auch ausgelassen zu: Man nutzte sie als öffentlichen Platz, führte Gespräche und hielt Gericht.
Als die Pest zu wüten begann wurde der Platzmangel auf den Friedhöfen immer schlimmer. Pestfriedhöfe außerhalb der Stadt sollten Abhilfe schaffen und zudem die gesundheitlich Gefahr verringern, denn die Massengräber mussten ständig geöffnet werden.
Grabsteine waren im Mittelalter eher selten. Erst im 16. Jahrhundert kamen sie „in Mode“. Särge dienten zunächst nur als Transportmittel, erst im Spätmittelalter kam der Brauch auf, die Toten auch darin zu beerdigen.
Geschichtspassage.de : Blick auf einen städtischen Friedhof im 16. Jahrhundert
August 17, 2008 um 12:24
die vesting bourtange liegt ungefähr zwischen emmen und groningen. von deiner ecke aus, dürfte es eine kleine fahrt sein, oder?
es lohnt sich auf alle fälle. die festung kann ja auch jederzeit besucht werden. in den häusern leben normale bürger und es gibt dort auch geschäfte und restaurants