Christi Himmelfahrt und Vatertag

An Christi Himmelfahrt wird die Auferstehung Jesus Christus und die Rückkehr in den Himmel gefeiert. Dieses Jahr fällt das Fest auf den Ersten Mai.

Natürlich wurde Christi Himmelfahrt auch im Mittelalter gefeiert. Die Auffahrt in den Himmel wurde sogar realistisch verdeutlicht, indem eine Christusfigur in das Kirchengewölbe hinauf gezogen wurde. Dann regnete es aus dem Gewölbehimmel Blumen und Heiligenbildchen oder brennende Faserstückchen (Werg). Sie stellten die Feuerzungen des heiligen Geistes dar. (Ökumenisches Heiligenlexikon)

In manchen Gegenden verdeutlichte man nicht nur die Himmelfahrt, sondern auch das Gegenstück: Eine Teufelsdarstellung wurde vom Kirchengewölbe gestürzt und von der Gemeinde geschlagen. So wurde symbolisch die Herrschaft des Bösen beendet.

In Deutschland feiern wir an Christi Himmelfahrt auch Vatertag. Dieser wurde im Mittelalter zwar noch nicht gefeiert, die Wurzeln des Brauches liegen aber vermutlich ebenso in dieser Zeit.

Am Himmelsfahrttag waren Flurumgänge, Spaziergänge, üblich. Warum ist umstritten. Zum einem könnte der Brauch aus dem germanischen Recht kommen, wonach jeder Grundbesitzer sein Land einmal im Jahr umschreiten musste, um es zu behalten.

Anderseits könnte der Brauch auf die „Apostelprozession“ aus dem Matthäusevangelium zurückgehen oder zur Erinnerung an die von Papst Leo III eingerichteten Bittprozessionen sein. Doch egal, wo genau die Wurzeln liegen: Schon im Mittelalter verkamen die Spaziergänge zu Touren auf denen der Alkohol das wichtigste war.

Noch eine schöne Bauernregel zum Schluss: „Wie Christus in den Himmel fährt, / zehn Sonntag so das Wetter währt.“

Christi Himmelfahrt, von Pietro Perugino, 1496-1498

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