Der Schwarze Tod

In mehreren Pandemien betraf die Pest große Teile der Weltbevölkerung. Als „Schwarzer Tod“ wird die von 1347 bis 1353 anhaltende Epidemie bezeichnet. Sie forderte 25 Millionen Todesopfer- ein Drittel der damaligen europäischen Bevölkerung.

So konnte, wer – zumal am Morgen – durch die Stadt gegangen wäre, unzählige Leichen liegen sehen. Dann ließen sie Bahren kommen oder legten, wenn es an diesen fehlte, ihre Toten auf ein bloßes Brett. Auch geschah es, dass auf einer Bahre zwei oder drei davongetragen wurden, und nicht einmal, sondern viele Male hätte man zählen können, wo dieselbe Bahre die Leichen des Mannes und der Frau oder zweier und dreier Brüder und des Vaters und seines Kindes trug. Giovanni Boccaccio über den Ausbruch der Pest in Florenz.

Nach heutigem Wissen brach die Pest zunächst in Asien aus und gelangte über Schiffe nach Europa. In Deutschland soll jeder zehnte Einwohner gestorben sein. Einige Landstriche in Europa wurden weitgehend entvölkert.

Zeitgenössische Quellen nennen die Pest „das große Sterben“. Der Begriff „Schwarzer Tod“ soll sich erst später eingebürgert haben. Zum einem, da die Erkrankten schwarze Hautausschläge oder Beulen aufwiesen, zu anderem um das Furchtbare und Schreckliche der Krankheit zu betonen.

Die Beulenpest war die häufigsten Formen der Krankheit. Die Ansteckung erfolgte gewöhnlich durch den Biss eines Rattenflohs. Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber starkes Krankheitsgefühl und Benommenheit.

Der Name Beulenpest stammt von den schmerzhaften und stark geschwollenen Beulen am Hals, in den Achselhöhlen und in den Leisten. Sie sind aufgrund innerer Blutungen schwarz-blau gefärbt. Unbehandelt führt die Beulenpest in 90–100 % der Fälle zum Tod.

Ausbreitung der Pest in Europa zwischen 1347 und 1351

Der massive Bevölkerungsverlust führte zu einer Umstrukturierung der mittelalterlichen Gesellschaft. Mehr Menschen hatten Zugang zu lohnenderen Arbeitsplätzen und wurden schneller in Zünfte aufgenommen.

Die Ärzte des Mittelalters standen der Pest hilflos gegenüber. Medizinisch mussten sie auf das Wissen des antiken Hippokrates zurückgreifen und auf seine Lehre der Körpersäfte. Doch Anwendungen wie der Aderlass brachten natürlich keine Besserung, sie schwächten die Kranken eher zusätzlich. Das Prinzip der Ansteckung war eher unbekannt.

Viele Menschen glaubten, die Pest sei die Strafe Gottes für ihre Sünden. Flagellanten zogen durch die Städte. Sie geißelten sich öffentlich, um so Buße zu tun. Die Menschen waren natürlich sehr verzweifelt, niemand wusste, wer als nächstes sterben würde. So kosteten einige ihr Leben voll aus:

Die Menschen, in der Erkenntnis, dass sie wenige und durch Erbschaften und Weitergabe irdischer Dinge reich geworden waren, und der Vergangenheit vergessend, als wäre sie nie gewesen, trieben es zügelloser und erbärmlicher als jemals zuvor. Sie ergaben sich dem Müßiggang, und ihre Zerrüttung führte sie in die Sünde der Völlerei, in Gelage, in Wirtshäuser, zu köstlichen Speisen und zum Glücksspiel. Bedenkenlos warfen sie sich der Lust in die Arme. (Matteo Villani, Chronist aus Florenz)

Leider kam es es im Zuge der Pestepidemien auch zu schweren Judenpogromen. Sie wurden verdächtigt Gift in Brunnen und Quellen gegeben zu haben. Nach 1353 lebten nur noch wenige Juden in Deutschland und in den Niederlanden.

Der „Schwarzer Tod“ endete 1353, doch er flackerte in den Folgejahren immer wieder auf. 1400 suchte die zweit schlimmste Epidemie Europa heim, es starben vor allem Kinder und Jugendliche.

Darstellung der Beulenpest

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2 Antworten zu “Der Schwarze Tod”

  1. [...] oder was sind Flagellanten? Als ich über die Pest schrieb erwähnte ich sie bereits: Die Flagellanten. Aufmerksam auf sie wurde ich durch “Die [...]

  2. [...] die Pest zu wüten begann wurde der Platzmangel auf den Friedhöfen immer schlimmer. Pestfriedhöfe [...]

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