Gab es im Mittelalter Seife?
Nachdem ich über Badehäuser geschrieben habe, fragte mich ein Freund, ob es denn im Mittelalter schon Seife gab. Eine gute Frage…
Bereits bei den Sumerern finden sich erste historische Hinweise zur Seife. Im 4. Jahrhundert v. Chr. stellten sie Seife aus Pflanzenasche, Ölen und Wasser her. Hier hat auch das Wort alkalisch seinen Ursprung: al-quali bedeutet Pflanzenasche. Allerdings wurde die Seife nicht zum Waschen, sondern als Heilmittel bei Verletzungen verwendet.
Die Ägypter und Griechen übernahmen das Seifenrezept, es wurde aber weiterhin Bimsstein zur Körperreinigung benutzt. Erst die Römer erkannten den säubernden Effekt von Seife.
Im Mittelalter stellten die Araber im 7. Jahrhundert Seife so her, wie wir sie heute kennen: Miteinander verkochte Fette und Laugen. Dieses Wissen breitete sich auch in Europa rasch aus. Frankreich und Spanien gehörten zu den Zentren der Seifenherstellung.
Doch mit Beginn der Reformation schlossen immer mehr Badehäuser. Zudem hatten die Menschen Angst vor Infektionen wie Pest und Cholera. Es kam die Vorstellung auf, das Badewasser vermische sich mit den “Körpersäften” und könne somit sogar schädlich sein. So verwendete der Adel lieber Parfüm und Puder, anstatt sich mit Seife zu waschen. Krankheitserreger, Läuse und Flöhe konnten sich dadurch natürlich noch besser ausbreiten…
Erst im 17. Jahrhundert wurde die Seife wieder geschätzt. Ludwig XIV holte die besten Seifensieder nach Versaille und erließ das noch heute bekannte Reinheitsgebot für Seife.

Juni 28, 2008 um 5:44
Hach, und die Germanen und Gallier werden einfach so unterschlagen. Immerhin lernten die Römer erst von ihnen die Seife kennen.
(Wikipedia ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss, also nicht einfach ungeprüft übernehmen.
)
Juni 28, 2008 um 7:17
Wie gut, dass Wikipedia nie meine einzige Quelle ist
Ich würde sagen, ich “unterschlage” immer einiges. Schließlich blogge ich nur nebenbei und habe dafür nicht immer so viel Zeit dafür, wie ich gerne hätte…