Vom Aussatz befallen
Wer vom Aussatz befallen war wurde sofort aus jeder Gemeinschaft ausgeschlossen. Heute ist die Krankheit als Lepra bekannt und im Mittelalter galt sie als unheilbar.
Die Betroffenen verlieren das Gefühl für Kälte, Wärme und Schmerzen, da Nerven absterben. Wunden werden oft nicht bemerkt und heilen nicht ab. In der Folge können Körperteilen absterben. Daher auch die Vorstellung, Leprakranken würden Körperteile „abfallen“.
Der Zustand des Erkrankten wurde als Strafe von Gott für seine Sünden verstanden. Da die Bevölkerung vor einer Ansteckung geschützt werden sollte, wurde ihm der Umgang mit Gesunden verboten. Ein letztes Mal durfte der Kranke die Messe hören. Anschließend bekam er vom Priester ein geweihtes Leprosenkleid und eine Klapper, um die Menschen zu warnen. Feierlich wurde er vor die Tore der Stadt geführt.
![]()
Leprarätsche, zum warnen der Bevölkerung
Da im Mittelalter die Kirche großen Einfluss hatte, musste auch das Gesetz der Nächstenliebe beachtet werden. So entstanden die Leprosenhäuser. Teilweise lagen sie sehr isoliert, oft aber auch an Straßen, sodass die Kranken betteln konnten. Betteln war ihre einzige Einnahmequelle. (Auf dieser Karte lässt sich sehen, in welchen Bundesländern es Leprosenhäuser gab)
Eine wirksame Behandlung für Leprakranke gab es nicht. Es wurde nur unter anderem von austrocknenden und kühlenden Speisen abgeraten. Ab 1400 führte die Besserung der hygienischen Verhältnisse und die Isolierung der Kranken allmählich zum Abklingen der Lepra in Europa.
Heute kann Lepra sehr gut mit Antibiotika behandelt werden. Nur in Entwicklungsländern ist die Krankheit immer noch ein Problem.
März 1, 2008 um 12:55
[...] den gröbsten Schmutz, dann ging es ins heiße Schwitzbad. Es sollte auch vor dem gefürchteten Aussatz schützen. Das Wasserbad danach konnte sich nicht mehr jeder leisten, es war bedeutend teurer. Für [...]