Einen Korb bekommen

Einen Korb zu bekommen bedeutet abgewiesen und abgelehnt zu werden.

Die Redewendung stammt von der mittelalterlichen Sitte den Angebeteten in einem Korb zum Fenster hinauf zu ziehen. Wollte die Frau den Heiratsantrag allerdings nicht annehmen, ließ sie einen Korb mit gelockerten Boden hinunter. Dieser brach dann unter dem Gewicht des Mannes zusammen. Aus dieser Sitte entwickelte sich später auch der Brauch, dem Mann einen kleinen Korb ohne Boden zu geben, um die Ablehnung deutlich zu machen.

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass dieser Brauch wirklich so existierte. Mit dem richtigen Seilzug kann man vielleicht die Kraft aufbringen einen Mann hinauf zu ziehen, doch wer hatte schon so eine Vorrichtung am Fenster?

korb
Dieser Mann hatte Glück und bekommt keinen Korb. (Bild aus dem Codex Manesse)

5 Antworten zu “Einen Korb bekommen”

  1. Naja, offensichtlich hat da jemand einen Seilzug am Fenster…

  2. kaeffschen Sagt:

    Also ich hab auch eine Seilzug am Haus ! MUSS !
    Gutes Thema, sogar für mich !!!

  3. Klar, das sehe ich, aber den hatte doch nicht jeder, oder? Zumindest nicht so stark, dass man einen Mann mit hoch ziehen konnte.

    Danke kaeffschen, du bist so gut zu mir. Toll, dann laufe ich nächstes Mal nicht durchs Treppenhaus, sondern lass mich hinauf ziehen. ;)

  4. Naja viele der eher absonderlichen Liebesbräuche die aus dem Mittelalter überliefert wurden, sind größtenteils auf den Adel bezogen. Außerhalb des Adels wird soetwas nicht stattgefunden haben, denke ich. Und Flaschenzüge sind tatsächlich ne feine Sache um irgendetwas schweres oder sperriges realtiv problemlos auf obere Stockwerke von Burgfriede, Türme oder ähnliches zu hieven in Zeiten ohne Aufzüge und der teilweise klaustrophobischen Wendeltreppen. Habe zwar leider keine Quelle, denke aber schon, dass die Flaschenzüge halbwegs weit verbreitet waren.

  5. Ja, da hast du recht. Und ich denke auch, in Burgen, Türmen und auch in Handelshäusern wurden Seilzüge genutzt.

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