Du kannst mir nicht das Wasser reichen!
Sind wir nicht so gut und erfolgreich wie ein anderer, so können wir ihm nicht das Wasser reichen.
Im Mittelalter wurde bekanntlich nicht immer mit Messer, Gabel und Löffel gegessen, sondern oft mit den bloßen Fingern. In wohlhabenden Häusern wurde deshalb vor und nach dem Essen ein Schälchen Wasser gereicht, um die Hände zu säubern.
Für den Diener, der das Schälchen tief verneigt reichen musste, war es erniedrigend, doch wie tief im Ansehen stand jemand, der selbst das nicht durfte? Er konnte den Gästen nicht das Wasser reichen.
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Ein Knecht trägt die Speisen auf und reicht das Wasser (Bild: welt-online)