Die Päpstin

Die Legende um Päpstin Johanna ist schon seit dem 13. Jahrhundert bekannt. Von Historikern wird sie als fiktive Gestalt eingestuft- auch wenn ich mir nach dem Roman „Die Päpstin“ von Donna W. Cross durchaus vorstellen konnte, die Geschichte sei wahr. Denn wäre eine Frau Päpstin geworden, so wäre es kein Wunder, wenn die katholische Kirche dies nicht wahrhaben will. Aber es war eben nur ein Roman.

Ersten Sagen zufolge soll Johanna im 11. Jahrhundert amtiert haben. Der Dominikaner-Mönch und Chronist Martin von Troppau verlegte ihr Leben 1277 ins 9. Jahrhundert und ergänzte die Schwangerschaft, sowie die Geburt während einer Prozession. Weite Verbreitung fand Johanna auch durch die Nürnberger Chronik, Schedelsche Weltchronik genannt, aus dem Jahr 1493.

päpstin johanna
Päpstin Johanna in der Schedelschen Weltchronik

Schon im 16. Jahrhundert findet der Kirchenhistoriker David Blondel ernsthafte Zweifel an der Geschichte der Päpstin. Heute ist sich die Wissenschaft weitgehend einig, dass es sich um eine Sage handelt. Theoretisch bleibt auch keine Zeit für die Päpstin: Es ist mehrfach verbürgt, dass Papst Leo IV. am 17. Juli 855 starb und zwei Monate später Benedikt III. gewählt wurde. (Laut welt-online)

Es gibt aber auch einige Theorien, die die Existenz der Päpstin Johanna zu bezeugen versuchen. Eine sieht den wahren Kern der Legende bei Marozia. Die Theorie nimmt Bezug auf die Pornokratie, also auf Mätressen, die die wahre Macht hinter den Päpsten dargestellt haben. Doch die Quellen, die Johanna belegen wollen, sind recht unzuverlässig. Oft sind es auch nur Nachträge in historischen Schriften, eventuell entstanden unter dem Einfluss des Chronisten Troppau.

Eine Antwort zu “Die Päpstin”

  1. [...] papilia bin ich in ihrem interessanten Beitrag über die angebliche Päpstin Johanna auf ein wundervolles [...]

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