Zu faul zum lesen?
Ihr seit zu faul meine Artikel selbst zu lesen? Kein Problem, lasst sie euch doch einfach von mir vorlesen! (In der rechten Spalte, im eigenen Media-Player öffnen und anhören oder runter laden…sind allerdings meine ersten Versuche…)
Im Mittelalter konnten übrigens die wenigsten Menschen Lesen und Schreiben. Kleriker waren durch die Kirche dazu verpflichtet sich das Lesen und Latein Kenntnisse an zueignen. Die Schriftsprache war Latein, in ihr wurden in Schreibstuben Texte kopiert und neue verfasst.
In den höheren Ständen waren vermutlich mehr Frauen als Männer schriftkundig, da sie sich oft um die Verwaltung zu kümmern hatten. Im 15. Jahrhundert sollen etwa 30% der städtischen Bevölkerung und nur 1% der Menschen auf dem Dorf lesen gelernt haben. Viele von ihnen waren Kaufleute, sie erlernten es nun nicht mehr nur in kirchlichen, sondern auch in bürgerlichen Schulen. Der voranschreitende Buchdruck und die Reformation sorgten dann für eine raschere Verbreitung von Lesen und Schreiben.
Küchenlatein, das hört man auch immer wieder, wenn es ums Mittelalter geht, doch was bedeutet es eigentlich?
Die Auffassung, im Mittelalter sei Latein nur in einer “verderbten” Form, also Küchenlatein, gesprochen wurde, geht auf die Humanisten zurück. Niemand erlernte Latein als Muttersprache, doch sie war viel lebendiger als heute, da sie oft benutzt wurde, bei Glaubensthemen, in Recht, Verwaltung und Wissenschaft. Das mittelalterliche Latein hat sich teilweise an der Volkssprache orientiert und auch Wörter übernommen.
In der mittelalterlichen lateinsprachigen Gelehrtenwelt entwickelte sich die Scholastik, eine wissenschaftliche Denkweise, die abstrakte Konzepte ausdrücken sollte. (Scholastik ist ein sehr komplexes Thema, am besten noch mal nachlesen) Gegen sie richtete sich die Abneigung der Humanisten, sie bezeichneten sie auch als “unklassichen Kauderwelsch”. Sie wollten nur antikes, klassisches Latein gelten lassen.
Gut zu wissen ist auch, dass das Schreibmaterial im Mittelalter viel wertvoller war, Gänsekiele und Pergament konnte sich kein einfacher Bürger leisten. Die Herstellung dieser Materialien war teuer: Pergament aus der Haut von Ziegen, Schafen und Rindern wurde in ein Kalkbad eingelegt, getrocknet, gespannt und geglättet. Rotbraune Tinte konnte aus der Rinde von Schlehenzweigen gewonnen werden, andere Farben wurden kompliziert aus Ocker, Harz und Grünspan hergestellt.
Der Beruf des Schreibers war im Mittelalter hoch angesehen: Er war Chronist und Protokollant, Urkundenverfasser und Bibelkopierer. Als Stadtschreiber stieg er zum höchsten Beamten auf. Mit dem Übergang zur Neuzeit und dem Buchdruck verlor er allerdings an Bedeutung.
Januar 20, 2008 um 10:41
toll mit den Audios…
Aber versuch doch auch mal das Ganze als Video anzubinden,
WordPress lässt glücklicherweise Youtube-Links zu…
Januar 21, 2008 um 9:02
stimmt, das wäre ja auch ganz nett…was es alles für Möglichkeiten gibt…:)
Juni 24, 2009 um 2:31
Veränderungen…
Man lernt sehr früh lesen und schreiben. Das ist für uns heute selbstverständlich und man glaubt das dies so schon immer gewesen sei. Es gab aber auch Zeiten wo es nicht der Fall war. Damals konnte nur ein Bruchteil der Menschen lesen und schreiben. Di…