Spiele haben im Leben der Menschen schon immer eine wichtige Rolle eingenommen. Wenn es um Spiele im Mittelalter geht, werden meist nur die Turniere der Ritter erwähnt. Doch natürlich hatte auch das einfache Volk seinen Spaß, zum Beispiel bei Karten- und Würfelspielen. Für die Kirche aber war dieses sündhafte Tun verwerflich.
Turnierspiele waren ein teurer und oft auch lebensgefährlicher Spaß. Kein Wunder, dass die Kirche diese Spiele verbieten wollte. Hugo von Trimberg zählt sie in seinem Werk „Der Renner“ (um 1300) zu den sieben Todsünden, zu Völlerei und Unmäßigkeit. Immer wieder wurde die Turniere als wüst, todbringend oder ‘viehisch’ bezeichnet.
Reinmar von Zweter dichtete im beginnenden 13. Jahrhundert: „Der tuivel schouf das würfelspil, dar umbe daz er selen vil da mit gewinnen will“. Trotzdem waren Würfel aus Knochen oder Geweih im gesamten Mittelalter weit verbreitet. In einem Gedicht von Hans Sachs, 1544, erwähnt er auch Karten, Brettspiele und Würfel als festen Bestandteil des Hausrats.
Um das Glücksspiel zu kontrollieren fingen die Städte im Hochmittelalter an Spielbanken und Spielstuben zu gründen. Übrigens: In Deutschland bestand von 1871 bis 1933 offiziell ein Glücksspielverbot. (wikipedia)
Probleme beim Glücksspiel waren (sind) wohl auch das Falschspiel und die hohen Einsätze: So verbot das Wiener Stadtrecht 1435 eigene Körperglieder als Pfand einzusetzen.
Ein edleres Spiel war Schach. Das „königliche“ Spiel breitete sich vor allem ab dem 9. Jahrhundert in ganz Europa aus. Die Figuren wurden unter anderem aus Geweih, Knochen und Bergkristallen gefertigt. Bücher aus dem Mittelalter zählen das Schachspiel zu den ritterlichen Fertigkeiten (obwohl es von der Kirche nicht gebilligt wurde).
Bis heute unverändert sind seit dem frühen Mittelalter die Regeln des Mühlespiels erhalten. Schon in der Bronzezeit soll es in Europa bekannt gewesen sein.
Beliebt war auch das heutige Backgammon. Es entwickelte sich aus dem mittelalterlichen Wurfzabel, auch Puff und tric-trac genannt. Puff, da es wohl gerne im Freudenhaus gespielt wurde.

Wurfzabelspieler (14. Jahrhundert, Codex Manesse)
Die Ursprünge von Wurfzabel liegen im Orient und Ägypten, in Europa wurde es durch die Kreuzzüge bekannt. 1982 wurde in der Kloake des ehemaligen Augustiner-Eremiten-Kloster in Freiburg ein Backgammon-Spielbrett gefunden. Eine kleine Sensation, denn Klerikern war dieses Spiel strikt untersagt. („damals“)