Minnesang

Veröffentlicht in Leben im Mittelalter mit Tags , , , , , , am Januar 5, 2009 von papilias

Dû bist mîn, ich bin dîn.
des solt dû gewis sîn.
dû bist beslozzen
in mînem herzen;
verlorn ist daz sluzzelîn:
du muost ouch immer darinne sîn.

Für alle, deren Mittelhochdeutsch nicht das Beste ist, die Übersetzung:

Du bist mein, ich bin dein.
Dessen kannst du gewiß sein.
Du bist verschlossen
in meinem Herzen;
verloren ist das Schlüsselchen:
du musst auf immer drinnen bleiben.

Von wem diese bekannte Minne stammt ist nicht klar. Ich ging immer davon aus, sie sei von Walter von der Vogelweide, einem der bedeutendsten Vertreter der mittelalterlichen Lyrik.
In dem Buch „Minnesang“ steht als Anmerkung zu dem „Namenlosen Lied“, es sei am Ende eines Liebesbriefes aus dem späten 12. Jahrhundert geschrieben. Das Mädchen verfasste ihren Brief an einen Kleriker ansonsten auf Latein, nur das Gedicht schrieb sie in mittelhochdeutsch.

walther von der vogelweide

Walther von der Vogelweide, im Codex Manesse

‘Richtig’ essen im Mittelalter

Veröffentlicht in Leben im Mittelalter mit Tags , , am September 29, 2008 von papilias

Meinen neuen Blogeintrag zum Thema Essen im Mittelalter könnt ihr bei chronologs lesen.
Aber auch hier schreibe ich natürlich bald wieder!

Das Spiel: Eine Sünde?

Veröffentlicht in Leben im Mittelalter mit Tags , , , , , , , , , , , , , , am September 19, 2008 von papilias

Spiele haben im Leben der Menschen schon immer eine wichtige Rolle eingenommen. Wenn es um Spiele im Mittelalter geht, werden meist nur die Turniere der Ritter erwähnt. Doch natürlich hatte auch das einfache Volk seinen Spaß, zum Beispiel bei Karten- und Würfelspielen. Für die Kirche aber war dieses sündhafte Tun verwerflich.

Turnierspiele waren ein teurer und oft auch lebensgefährlicher Spaß. Kein Wunder, dass die Kirche diese Spiele verbieten wollte. Hugo von Trimberg zählt sie in seinem Werk „Der Renner“ (um 1300) zu den sieben Todsünden, zu Völlerei und Unmäßigkeit. Immer wieder wurde die Turniere als wüst, todbringend oder ‘viehisch’ bezeichnet.

Reinmar von Zweter dichtete im beginnenden 13. Jahrhundert: „Der tuivel schouf das würfelspil, dar umbe daz er selen vil da mit gewinnen will“. Trotzdem waren Würfel aus Knochen oder Geweih im gesamten Mittelalter weit verbreitet. In einem Gedicht von Hans Sachs, 1544, erwähnt er auch Karten, Brettspiele und Würfel als festen Bestandteil des Hausrats.

Um das Glücksspiel zu kontrollieren fingen die Städte im Hochmittelalter an Spielbanken und Spielstuben zu gründen. Übrigens: In Deutschland bestand von 1871 bis 1933 offiziell ein Glücksspielverbot. (wikipedia)
Probleme beim Glücksspiel waren (sind) wohl auch das Falschspiel und die hohen Einsätze: So verbot das Wiener Stadtrecht 1435 eigene Körperglieder als Pfand einzusetzen.

Ein edleres Spiel war Schach. Das „königliche“ Spiel breitete sich vor allem ab dem 9. Jahrhundert in ganz Europa aus. Die Figuren wurden unter anderem aus Geweih, Knochen und Bergkristallen gefertigt. Bücher aus dem Mittelalter zählen das Schachspiel zu den ritterlichen Fertigkeiten (obwohl es von der Kirche nicht gebilligt wurde).
Bis heute unverändert sind seit dem frühen Mittelalter die Regeln des Mühlespiels erhalten. Schon in der Bronzezeit soll es in Europa bekannt gewesen sein.

Beliebt war auch das heutige Backgammon. Es entwickelte sich aus dem mittelalterlichen Wurfzabel, auch Puff und tric-trac genannt. Puff, da es wohl gerne im Freudenhaus gespielt wurde.


Wurfzabelspieler (14. Jahrhundert, Codex Manesse)

Die Ursprünge von Wurfzabel liegen im Orient und Ägypten, in Europa wurde es durch die Kreuzzüge bekannt. 1982 wurde in der Kloake des ehemaligen Augustiner-Eremiten-Kloster in Freiburg ein Backgammon-Spielbrett gefunden. Eine kleine Sensation, denn Klerikern war dieses Spiel strikt untersagt. („damals“)

Wer flickt mir jetzt die Socken?

Veröffentlicht in Gewandung, Leben im Mittelalter mit Tags , , , , , , , , , , , am September 15, 2008 von papilias

Nachdem wir auf unserem letzten Heerlager gesungen haben „wer flickt mir jetzt die Bruche“, wollte ich mal nachschauen, ob die Menschen im Mittelalter Socken trugen oder nicht. Und folgendes habe ich gefunden:

Strümpfe waren schon den Römern bekannt, und laut Wikipedia stammt das Wort „Socke“ vom lateinischen „soccus“ und bezeichnet einen Schlupfschuh. Vorläufer der Strümpfe waren Fußlappen, also Tücher, die um den Fuß gewickelt wurden. So wurde Wundscheuern in Stiefeln vermieden und man hatte besseren Halt in den Schuhen.

Selbstgestrickte Socken waren (sind) ja auch immer mit viel Aufwand verbunden, sodass ich mir vorstellen kann, dass viele der einfach lebenden Menschen im Mittelalter Fußlappen trugen.

Männer trugen Beinlinge, die an der Brouche befestigt werden konnten. Mit einer Ledersohle konnten sie auch ohne Schuhe getragen werden. (Eine Anleitung)


Bild aus der Kreuzfahrerbibel

„Die Frauen trugen vermutlich knielange Strümpfe, die unter dem Knie gebunden waren, die Männer trugen sichtbare Beinlinge.“ (12./13. Jahrhundert- Deutsches Strumpfmuseum, eine virtuelle Führung)
Hier gibt es Abbildungen zu Frauenstrümpfen: familia-ministeralis

Diskussionen zum Thema gibt es auch bei tempus-vivit.

Beim nächsten Mal singen wir „wer flickt mir jetzt die Socken“…oder vielleicht doch lieber „wer flickt mir jetzt die Beinlinge“?

Warum macht Stadtluft frei?

Veröffentlicht in Leben im Mittelalter mit Tags , , , am September 9, 2008 von papilias

Meinen neuer Blogeintrag: Warum macht Stadtluft frei?

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